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Rennradfahren oder Skifahren? Daniel Eiermann kombiniert gerne beides!

So jetzt ist es wieder soweit: Die Skisaison steht vor der Tür. Da ich sicher nicht der Einzige bin, der sobald es kälter, nässer und dunkler wird, direkt an Powder, Sonne und einsame Berge denkt, hier mein kleiner (Foto) – Bericht über meine letzte Skitour der vergangenen Saison.

Vorab: Ich sitz nicht gerne im Auto! Nicht vorwiegend aus Umweltgründen (die man sicher nicht vernachlässigen sollte) aber eher noch aus Langeweile. Wer hat schon Lust x Stunden auf dem Hintern zu hocken, wenn man in der gleichen Zeit draussen sein kann, etwas erleben und was für Körper und Geist machen kann?

Ja, es gibt sicher auch Menschen die überaus gerne Autofahren, zum Spass, ohne Ziel, aber ich denke die lesen hier kaum mit 😉 Daher: Eine Skitour im Juni kann man tatsächlich gut mit dem Rennrad starten; es hat nicht minus zehn Grad am morgen und die Strassen sind meistens auch etwas trockener, weniger salzig und gut zu befahren. Nach einem langen Tag auf der Arbeit fällt es mir dann doch etwas schwer zu packen, als gedacht. Den ganzen Abend Sachen packen und dann spät abends den Wecker auf 2:30 Uhr zu stellen….warum macht man das? Die selbstkritischen Gedanken nach 3.5 Stunden tiefem Schlaf („so ganz sauber bist du doch irgendwie nicht“) sind aber spätestens beim Lospedalieren vor der Haustür wie weggeblasen. Zu faszinierend ist die Stille der Nacht und die Spannung was zu machen, dass man sich bisher nie „getraut“ hat.

Die Anreise mal etwas anders – Mit dem Rennrad zum Skifahren. Bild: Daniel Eiermann

Zum Glück bin ich wohl wirklich noch nicht so ganz wach, sonst würde ich nämlich weiterzweifeln: Mein heutiges Ziel ist das Sustenhorn 3503m, am gleichnamigen Pass gelegen. Eine schöne, nicht überaus schwierige Skihochtour, die ich schon ein paar mal gemacht habe – bisher aber immer mit sozialkonformer Anreise per Automobil. Stattdessen geniesse ich die laue Sommernacht auf dem Rad. Die ersten Kilometer sind flach und ich liege gut im Zeitplan.

EIn frisches “Gipferli” auf dem Weg zum Sustenhorn. Bild: Daniel Eiermann

Ein frisches „Gipfeli“ später, und das Blattwendet sich. Lasst euch eins gesagt sein: Mit knapp 20kg zusätzlichem Gepäck am Rennrad holt man so schnell keine Strava-Krönchen mehr. Immerhin animieren die am Radl montierten Ski doch einige andere Skitourengänger beim Überholen mit dem Auto zu Hupen oder zu winken. Eine sehr willkommen Motivation.

Mit knapp 30 min Verspätung komme ich am Steingletscher Parkplatz an. Es ist nicht besonders kalt, aber die Schneedecke ist danke ausreichender Abstrahlung hart gefroren. Ab auf die Ski!

Vom Rennrad geht’s direkt auf die Ski. Bild: Daniel Eiermann

Ab hier begleitet mich mein Freund Patrick. Er hat es am Abend leider nicht geschafft alle Sachen am Rad zu verstauen und ist entsprechend etwas neidisch. „Das Autofahren hier hoch ist einfach langweilig, nervt mich jetzt richtig, dass ich nicht mit dir fahren konnte!“ Ruft er mir beim Aussteigen entgegen. Nächstes mal dann 🙂

Zusammen macht es gleich noch mehr Spass und wir finden ein ziemlich sportlichen Rhythmus Richtung Gipfel. Ehrlich gesagt: Ich bin langsam recht angeschlagen, aber klar: Abreissen lassen geht nicht, denn dann hätte ich ja zugeben müssen, dass die 4 Stunden radeln bei mir schon ziemliche Spuren hinterlassen haben. Den Triumph gönne ich dem Autofahrer sicher nicht!

Auf dem Weg zum Gipfel. Bild: Daniel Eiermann

1000 Höhenmeter später ist das Bild ein anderes. Ich bin wirklich platt, aber es sind immer noch 500 hm zu machen. Am elendslangen Gipfelhang muss ich Patrick ziehen lassen. Sagen wir mal so: Ich versuche auf den letzten Metern, die im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubende Landschaft zu geniessen. Erst daheim auf den Fotos sehe ich, wie platt ich zu dem Zeitpunkt tatsächlich war. Normalerweise bin ich nämlich nicht ganz so käsig wie auf dem Foto. Trotzdem oder vermutlich gerade deswegen…..ein super Gefühl!

Oben angekommen, fix und fertig aber glücklich. Bild: Daniel Eiermann

Klar, ein paar Reserven braucht es immer noch, um auch sicher und ohne Unfälle wieder runter zu kommen. Nach einer ausgiebigen Gipfelpause und ein paar reichhaltigen Brownies (Merci vielmals, Rahel) nehmen wir die Abfahrt in Angriff. Der Gipfelhang ist, Dank abendlichem Gewitter, leicht angezuckert. Die 3-4 Zentimeter „Powder“ machen Spass und Lust auf mehr. Weiter unten ist die Unterlage dann nicht
mehr ganz so fluffig, die Wärme und die Sonne sind, auch hier oben, auf den Resten des Steingletschers spürbar.

Immerhin, wir können bis zum Parkplatz rutschen. Wasserski wären zum Teil besser gewesen.
Wow, was für eine Tour. Jetzt erstmal ein alkoholfreies Weizen und raus aus den Skistiefeln. Endlich heim. Ähhh, ja okay. Zugegeben, die Versuchung ist gross einfach bei Patrick ins Auto einzusteigen und auf dem Beifahrersitz auf der Fahrt eine kurzes Nickerchen zu machen. Aber der Antrieb jetzt aufs Rad zu steigen, 1500 hm runterzudüsen und dann wohlverdient in den Brienzer See zu springen ist zum Glück
doch viel grösser.

Mittlerweile ist es so warm, dass ich mich kurz-kurz aufs Rad schwinge. Die Euphorie verdrängt die unverkennbare Müdigkeit und die immer „dickere“ Luft gen Tal machen die Beine langsam wieder funktionsfähig. Das Highlight war dann natürlich bei 25 Grad mit Ski an den See zum Schwimmen zu fahren, das war dann schon was besonderes!
Traumhaft.

Zum Schluss noch die die harten Fakten: 144 km, 3697 hm, 10:44 „Bewegungszeit“, 7768 kcal….und knapp 13 Stunden ohne Espresso! Daher wohl die Müdigkeit.

Bei Fragen zu Ausrüstung, Transport oder Sonstigem könnt ihr mich natürlich gerne über die kontaktieren. Ich gebe gern alles Gelernte aus erster Hand weiter und freu mich über jeden Nachahmer, den dieser Beitrag motiviert hat, mal was Neues zu probieren 🙂

Schöne Grüsse aus der Schweiz, Euer Daniel

Hier geht´s zu meinem Instagram-Profil

 

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