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Zwischen Glockengeläut und Nebelzauber – Unser Wochenende mit MyCabin

Es ist ein Wochenende Mitte September, als wir uns mit unserem Elektroauto auf ins Allgäu machen. Wir sind auf dem Weg in den Kurzurlaub – der Plan: Campen in ruhiger Natur draußen auf dem Land.

Nach einer kurvigen Fahrt durch die grüne Allgäuer Berglandschaft kommen wir so am frühen Freitagabend auf Manuelas Hof an. Manuela ist Bäuerin und führt gemeinsam mit ihrem Mann einen Bioland-Milchbetrieb mit 20 Kühen in der Nähe vom Eistobel. Hier werden wir unser Wochenende verbringen und die ländliche Ruhe beim Zelten auf der Weide genießen.

Frühstück und Meditation mit Blick auf das Allgäuer Land.

Wieso wir zum Zelten extra auf einen Bauernhof fahren und nicht einfach einen Campingplatz in der Gegend aufsuchen? Na, weil wir nah an der Natur sein und die Ruhe genießen möchten. Und wieso wir dann nicht einfach unser Zelt auf irgendeiner grünen Wiese im Hinterland aufbauen? Nun ja, wildcampen ist ja nun mal so eine Sache… Deshalb haben wir uns bewusst dazu entschieden, uns einen Lagerplatz über die Plattform MyCabin zu suchen und uns somit im legalen Rahmen in schöner Natur niederzulassen.

Auf der MyCabin Website können Privatpersonen nicht nur ihr Land, ob Weide oder Garten, für Zeltfreudige und Vanreisende, sondern auch Hütten oder Unterstände zur Übernachtung anbieten. Für ihre Gastfreundlichkeit dankt man den Gastgebern dann mit einer kleinen Spende und selbstverständlich mit respektvollem Umgang mit Mensch, Eigentum und Natur.

So sind wir also hier im wunderschönen Allgäu gelandet. Manuela und ihre beiden Hunde begrüßen uns freudig und sie beschreibt uns, wo auf der Weide unser Lagerplatz und der Wasserhahn sind. Dann schultern wir Rucksäcke und Zelt und stapfen in Begleitung von Hofhund Felix los. An Obstbäumen vorbei gelangen wir auf die untere Weide und sind begeistert über den wundervollen Blick, der sich uns im Abendlicht über die hügelige Landschaft bietet.

Der Ausblick ins Tal begeistert uns immer wieder.

Unter der großen Birke bauen wir unser Zelt auf und freuen uns auf das Abendessen vom Gaskocher – hach, da kommt doch direkt Urlaubsstimmung auf. Das Schöne am Zelten ist doch immer wieder wie einfache Dinge so viel Glück bewirken können! Der Sonnenuntergang ist aufgrund der Wolken am Horizont leider wenig spektakulär, aber als es schließlich dunkle Nacht ist, liegen wir auf der Wiese und bestaunen die Milchstraße über uns. So lassen wir glücklich den Tag ausklingen bevor wir uns in unsere warmen Schlafsäcke einkuscheln.

Am nächsten Morgen kriechen wir aus dem Zelt und staunen nicht schlecht, als wir die Nebeldecke im Tal erblicken. Die Hügelgipfel schauen daraus wie Inseln hervor und das Glockengeläut der Kühe auf den Weiden klingt zu uns herüber. Beim Frühstück beobachten wir wie der Nebel sich langsam zurückzieht und nach und nach die Bauernhöfe im Tal freigibt.

Morgenzauber über den Weiden.

Gut gestärkt machen wir uns am späten Vormittag zu Fuß auf den Weg zum Eistobel, einer zum Naturschutzgebiet ernannten Schlucht der Oberen Argen, wo uns steile Felswände und kleine Wasserfälle erwarten. Der rege Besucherstrom ist nicht so ganz unsers, hatten wir doch auf ein ruhiges Naturwochenende gehofft. Da ist der Rückweg über die Kugel doch schon eher nach unserem Geschmack. Durch lichten Wald geht es auf einem steilen, weniger frequentierten Weg hoch zum Gipfel, auf dem eine sattgrüne Wiese zum Verweilen und Sonne tanken einlädt. Am Horizont sehen wir eine ganze Reihe anderer Gipfel und bekommen Lust auf mehr Wandertouren im Allgäu.

Links: Gipfelwiese der Kugel. Rechts: Wasserfall im Eistobel.

Nach dem Abstieg durch den Wald und vorbei an Kuhweiden und Eselherden, kommen wir wieder auf Manuelas Hof an. Dort lassen wir den Nachmittag mit ihr und ihrem Mann im Gespräch über die Gegend und das Hofleben ausklingen. Am Morgen schon hatte Carina bei ihrem Spaziergang Manuela am Kuhstall angetroffen und von ihr so manch Spannendes über den Familienbetrieb und die Rinderhaltung erfahren. Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem herzlichen Abschied von der Familie über einen Abstecher zum Alpsee wieder auf die Heimreise – doch wir sind uns beide einig: Hier kommen wir gerne wieder her zurück. Die Kombination aus familiärer Atmosphäre und ruhiger Natur spricht für uns ganz klar für weitere MyCabin Erlebnisse.

Wunderschönes Bergpanorama am Alpsee.

Der soziale Aspekt ist für uns einer der größten Vorteile der MyCabin Plattform. Wir haben nicht nur ein wunderschönes Fleckchen Land für unser Zelt gefunden, sondern auch neue Bekanntschaften machen können und von unseren Gastgebern wertvolle Tipps für die Region erhalten. Wir sind begeistert von dem auf Gastfreundschaft und Respekt basierenden Konzept von MyCabin und waren bestimmt nicht das letzte Mal so im Urlaub unterwegs. Wir sehen es als wunderbare Alternative zum in vielen Ländern verbotenen Wildcampen und finden es spannend, welche Vielfalt an Lagerplätzen man schon jetzt über die Plattform finden kann.

MyCabin ist erst dieses Jahr gestartet und kann vor der Winterpause noch bis zum 25. Oktober genutzt werden. Im Spätherbst startet das Team dann eine Crowdfunding-Kampagne, um die Plattform vor dem Saisonstart 2021 weiterzuentwickeln und eine App zum Repertoire hinzuzufügen.

Wir wünschen der MyCabin Community alles Gute und hoffen, dass noch viele weitere Gastgeber und Reisende dazukommen. Wir jedenfalls kommen gerne wieder und freuen uns schon auf unseren nächsten Urlaub ganz getreu des Mottos „Share and explore“.

Eure VAUDE Praktikantinnen Carina und Louisa

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