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Unser Umweltstandard Green Shape – eine Erfolgsgeschichte.

Der VAUDE Weg zu umweltfreundlichen Outdoor-Produkten

Verantwortung ist das, was VAUDE-Geschäftsführerin Antje von Dewitz und ihr ganzes Team antreibt. Wir finden Unternehmertum bedeutet, bei unserem Handeln auch die Auswirkungen auf die Menschen und die Umwelt im Blick zu haben. Deshalb haben wir 2010 Green Shape, als eigenes Nachhaltigkeitslabel ins Leben gerufen. Seitdem ist viel passiert – der Anteil der Green Shape Produkte in unserer Kollektion ist Jahr für Jahr steil gestiegen und die von Anfang an strengen Kriterien für Green Shape werden kontinuierlich weiterentwickelt und verschärft. Dieses Jahr streben wir eine externe Akkreditierung für Green Shape als Umweltstandard an. Nach nun schon über 10 Jahren blicken wir stolz auf unsere Green Shape-Erfolgsgeschichte.

„Wir haben die Vision eines durch und durch nachhaltigen Unternehmens und wollen objektiv sicherstellen, dass unsere Produkte umweltfreundlich und fair hergestellt werden.

VAUDE Geschäftsführerin Antje von Dewitz vor dem Firmensitz in Tettnang
VAUDE Geschäftsführerin Antje von Dewitz ist stolz auf das eigene Umweltlabel Green Shape.

2010 ist das Geburtsjahr von “Green Shape”

Die Textilindustrie ist eine Belastung für die Umwelt. In vielen Materialien stecken krebserregende, hormonell wirksame oder anderweitig giftige Chemikalien: Angefangen bei den schädlichen Fluorcarbonen (PFC) über Weichmacher bis hin zu Lösungsmitteln. Zudem sind Wasserverbrauch und -verschmutzung sowie unfaire Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie problematisch.

Antje von Dewitz vertritt bis heute die Meinung: „Wir als Hersteller von Textilien sind ein Teil des Problems, aber wir wollen ein Teil der Lösung sein. Wir sind uns bewusst, dass unsere unternehmerische Tätigkeit mit einer Belastung unserer Umwelt einhergeht und dass die Ressourcen unseres Planeten endlich sind. Diese Verantwortung nehmen wir an und arbeiten beständig daran, unseren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten.“

Ein zentraler Baustein hin zur Erfüllung dieses Ziels war 2010 die Einführung des VAUDE eigenen Umweltlabels „Green Shape“, dass seither für funktionelle, umweltfreundliche Produkte aus nachhaltigen Materialien steht, die unter Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen hergestellt werden.

Baum-Grafik des VAUDE Green Shape Systems

Doch warum wurde Green Shape überhaupt erfunden?

„Es ging darum, unsere Produktentwicklung komplett und konsequent in Richtung Nachhaltigkeit umzusteuern“, erinnert sich Antje von Dewitz. 2010 gab es aber weltweit noch kein passendes, übergeordnetes Bewertungssystem für unsere Produkte. Wir waren bei VAUDE schon seit 2001 Systempartner von bluesign®, einem der weltweit strengsten Standards für Umweltschutz in der Textilproduktion. VAUDE verarbeitete zu dieser Zeit schon viele bluesign®-System zertifizierte Materialien, aber für die Herstellung von Outdoor-Produkten setzten wir eine Vielzahl unterschiedlicher Materialien wie Kunstfasern, Metalle oder Naturmaterialien ein. Und jedes einzelne Material bedurfte eines eigenen Standards, das nicht immer von bluesign® abgedeckt war.

VAUDE entschied sich daher, ein eigenes Meta-Siegel zu erschaffen, das auf den strengsten Textil- und Umweltstandards basieren sollte und zugleich den gesamten Produktlebenszyklus betrachtete. Ausgangslage war der vom Fachhandel an VAUDE herangetragene Wunsch, ein für Konsumenten relevantes Label zu entwickeln, das umweltfreundliche Produkte auszeichnete. Also machte sich VAUDE an die Arbeit, Green Shape zu gestalten. Hilke Patzwall, CSR-Managerin bei VAUDE, entwickelte Green Shape maßgeblich mit und war von Stunde Null an dabei.

„2009 stellten wir die ersten Kriterien auf, die unsere Materialien erfüllen mussten, um das Green Shape Label zu erhalten. Wir hatten den Anspruch, den weltweit strengsten Textilstandard für Outdoorprodukte aufzustellen.“

Portraitfoto Hilke Patzwall
Hilke Patzwall, VAUDE CSR-Managerin.

Eine herausfordernde Aufgabe. Ein umfassender Kriterienkatalog und ein strenges Bewertungssystem wurden erarbeitet. Doch dazu mussten viele Fragen geklärt werden. Für welche Materialien und Substanzen gab es abgesehen von bluesign® aussagekräftige Zertifikate oder Standards? Waren problematische Chemikalien ersetzbar? Und wie sollte es gelingen, die Produzenten einzubinden? Bei der schwierigen Frage der Bewertung verschiedener Naturmaterialien standen VAUDE der langjährige Kooperationspartner World Wide Fund for Nature (WWF) aber auch viele Händler des Outdoor- und Sportfachhandels zur Seite.

„Wir waren ein Vorreiter in der Branche. Einen eigenen Umweltstandard zu entwickeln war Pionierarbeit. Es hat uns viele Nerven und viel Zeit gekostet, aber es hat sich gelohnt“, erzählt Hilke Patzwall.

Um ein Green Shape Label zu bekommen, musste jedes Produkt aus zertifiziertem und/oder besonders umweltfreundlichem Material bestehen, gleichzeitig sollte der Hersteller des Materials umweltzertifiziert sein. Danach setzte sich VAUDE intern Jahr für Jahr klare Ziele, wie groß der Anteil an Green Shape Produkten in der Kollektion sein sollte.

Grafik der VAUDE Green Shape Kriterien von 2010

 

Klare Strategie in Bezug auf Schadstoffe und Chemikalien

VAUDE baute unter der Leitung von Bettina Roth ein eigenes Chemikalienmanagement als Teil des Qualitätsmanagements auf. „Zunächst ging es erst einmal darum, systematisch zu testen, in welchen Materialien eigentlich Schadstoffe drin waren“, erinnert sich Bettina Roth. Das war bis zu diesem Zeitpunkt branchenweit noch gar nicht üblich gewesen. Dabei stellte sich heraus, dass es große Qualitätsunterschiede und Kenntnisstände bei den VAUDE Lieferanten gab. Außerdem wurde schnell klar:

„Das fertige Endprodukt auf Schadstoffe zu testen war der falsche Weg. Schon bei den Materialien mussten wir anfangen“, erinnert sich Bettina Roth.

VAUDE Abteilungsleiterin des Qualitaetsmanagements Bettina Roth
Bettina Roth ist die strenge Hüterin des Qualitätsmanagements bei VAUDE.

 

Die Frage war nun, wie schädliche Chemikalien aus dem Produktionsprozess herauszuhalten seien. Bettina und ihr Team begannen, Substanzen und Schadstoffe zu definieren, die entweder komplett verboten oder durch Grenzwerte beschränkt sind. Dabei orientierte sich VAUDE an den jeweiligen Wissensständen und arbeitete eng mit wichtigen Akteuren wie bluesign® zusammen. Über die Jahre entwickelte sich eine Liste, die im Fachjargon „Manufacturing Restricted Substance List“ (M/RSL) heißt, immer weiter und wurde immer wieder aktualisiert. Das ambitionierte Ziel: Schadstoffe völlig aus der Produktion zu verbannen. Alle VAUDE Produzenten verpflichteten sich dazu, diese Vorgaben einzuhalten.

Mit dieser Strategie ging und geht VAUDE weit über die gesetzlichen Anforderungen hinaus. „Durch den konsequenten Einsatz von MRSL-konformen Chemikalien und einem zertifizierten Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystem in den Produktionsstätten gelang es uns, mit zertifizierten Materialien zu arbeiten, die höchste Maßstäbe im Bereich Nachhaltigkeit erfüllen. Das beinhaltet auch, dass diese Materialien mit keinem oder mit einem möglichst geringen Risiko für die Umwelt und die Mitarbeiter vor Ort produziert werden“, erklärt Bettina Roth.

Von Hindernissen, Schmarrn und Konflikten zu ersten Erfolgen

Der Weg hin zu umweltfreundlichen Materialien war nicht einfach: So fürchteten unsere Produktmanager*innen wichtige Lieferanten zu verlieren, mit denen sie seit Jahren zusammengearbeitet hatten und es war enorm schwierig, überhaupt Materialien zu finden, die den Green Shape Kriterien entsprachen. Dazu waren diese viel teurer als herkömmliche Materialien. Manch ein Hersteller machte aufgrund der Mehrkosten durch Auditierungen gleich gar nicht mit. Zudem bekamen die Kolleg*innen aus dem VAUDE Vertrieb die Rückmeldung aus dem Handel, dass es kaum Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten bei den Konsumenten gibt. Und auch die Banken kanzelten die ehrgeizigen Pläne der Geschäftsführung als „Schmarrn“ ab, mit dem man kein Geld verdienen könne.

„Es gab heftige Konflikte auf vielen Ebenen in den ersten Jahren“, erinnert sich Antje von Dewitz.

Aber mit einer klaren Vision vor Augen, vielen Gesprächen, Trainings und Schulungen, ging es Schrittchen für Schrittchen voran. Ein interdisziplinäres Nachhaltigkeits-Team unter der Leitung von Jan Lorch, Geschäftsleitung Vertrieb & CSR bei VAUDE, brachte den Nachhaltigkeits-Gedanken in die verschiedenen Abteilungen und suchte immer wieder nach gangbaren Lösungen. Erfolge gelangen auch deshalb, weil alle Fachabteilungen gemeinsam und Hand in Hand an der Umsetzung der zunächst herausfordernden Green Shape Kriterien arbeiteten.

Schaufensterdeokration bei Sport Scheck mitVAUDE Green Shape Umwletzone
Erstes “Green Shape Umweltzone” Schaufenster aus dem Jahr 2011

 

Nach und nach aber begannen sich auch immer mehr Kund*innen für eine ökologische VAUDE Kollektion zu interessieren. 2011 durfte VAUDE in Zusammenarbeit mit Sport Scheck erstmals eigene Green Shape Verkaufsflächen füllen. „Das fühlte sich großartig an und war eine enorm wichtige Bestätigung auf unserem Weg“, erinnert sich Antje von Dewitz. Green Shape entwickelte sich zur Erfolgsgeschichte – das Interesse an umweltfreundlichen Outdoor-Produkten war geweckt.

Turbulenzen auf dem Weg zu PFC-freier Outdoor-Ausrüstung

Es gab einige gewaltige Herausforderungen in der Geschichte von Green Shape zu meistern. In der Textilproduktion sind besonders die poly- und perfluorierten Chemikalien (PFC), auch Fluorcarbone genannt, kritisch. Sie sind nicht biologisch abbaubar, gelangen über das Abwasser in die Umwelt und reichern sich über die Nahrungskette auch im menschlichen Organismus an. Zudem stehen sie im Verdacht, krebserregend zu sein.

Wir waren uns der Problematik bewusst und machten uns 2010 auf den Weg, PFC aus der Kollektion zu verbannen. Zunächst ersetzten wir alle PFC-haltigen wasserdichten Membranen, die z. B. in unserer Regenbekleidung zum Einsatz kamen durch PFC-freie Alternativen. Das Problem aber war die Imprägnierung der Oberstoffe, die für den sogenannten Abperleffekt sorgt. Eine funktionierende Alternative dazu gab es auf dem Markt zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht und wir starteten mit unseren Partnern umfangreiche Versuche, PFC aus der Kollektion zu verbannen. Zunächst aber noch ohne Erfolg.

Erst die „Detox-Kampagne“ von Greenpeace, mit der die Textilindustrie öffentlichkeitswirksam aufgefordert wurde, auf alle gesundheitsgefährdenden und umweltschädlichen Chemikalien zu verzichten, gab den entscheidenden Druck auf die gesamte Branche und damit Antrieb für eine schnellere Entwicklung. VAUDE unterschrieb 2016 als erste größere Outdoor-Marke das „Greenpeace Detox Commitment“. Darin verpflichtete wir uns freiwillig dazu, bis 2020 elf schädliche Substanzen aus der Lieferkette zu eliminieren, und umfangreich darüber Bericht zu erstatten.

2020_VAUDE Meilensteine_PFC-Ausstieg_Detox_DE

Nach einer Phase harter Arbeit mit wahren Testmarathons stellten sich die ersten Erfolge ein. In enger Zusammenarbeit mit unseren Chemielieferanten entstanden verschiedene PFC-freie Imprägnierungen, die wir seither unter dem Namen „Eco Finish“ kennzeichnen. 2015 wurde Eco Finish ein weiteres Kriterium für die Vergabe des strengen Green Shape Standards. 2018 gelang es dann, weit früher als gedacht, eine komplett PFC-freie VAUDE Bekleidungskollektion auf den Markt zu bringen.

Staatliches Siegel Grüner Knopf für alle Green Shape-Produkte 

Als mittelständisches Familienunternehmen war es nicht immer leicht, die Rahmenbedingungen gerade in der Lieferkette und in der Textilherstellung allein zu verändern. Schon lange setzten sich Antje von Dewitz und ihre Kolleg*innen aus der Geschäftsleitung für ein gemeinsames Vorgehen der gesamten Branche und politische Unterstützung ein. Und so war es nur konsequent, dass VAUDE 2014 Gründungsmitglied im „Bündnis für nachhaltige Textilien“ der deutschen Bundesregierung wurde. „Das war eine großartige Chance, gemeinsam Veränderungen bewirken zu können“, erinnert sich Antje von Dewitz. Denn erstmals bündelten Bundesregierung, Textil- und Bekleidungs-Industrie, Handel, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft freiwillig ihren Sachverstand und ihre Kräfte mit dem Ziel, international anerkannte Umwelt- und Sozial-Standards in der gesamten Wertschöpfungskette der Textilproduktion besser als bisher in die Praxis umzusetzen.

Währenddessen ging die Arbeit am Green Shape Standard weiter. 2015 wurden die Kriterien, die anfangs nur für die Materialien galten, auf den gesamten Produktionszyklus ausgeweitet: Angefangen vom Design über die eingesetzten Materialien und deren Herstellprozesse, die Produktionsstätten sowie Gebrauch und Pflege des Produkts bis hin zu einer möglichst umweltfreundlichen Entsorgung. Die Anteile der Green Shape Produkte stiegen Jahr für Jahr kontinuierlich an. Konnte man sie 2010 noch an einer Hand abzählen, wurden 2020 bereits fast 100 % der Bekleidung und knapp 90 Prozent der restlichen Kollektion mit dem Green Shape Label ausgezeichnet.

Antje von Dewitz und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller feiern 2020 den 1. Geburtstag des „Grünen Knopfes“.

2019 folgte für das Green Shape-Konzept der nächste Erfolg: Die deutsche Bundesregierung etablierte unter Entwicklungsminister Gerd Müller das erste staatliche Siegel „Grüner Knopf“ für sozial und ökologisch nachhaltig produzierte Textilien. Konsumenten sollten so eine bessere Orientierung beim Kauf bekommen. Denn alle Produkte mit dem „Grünen Knopf“ dürfen nur unter Einhaltung staatlicher festgelegter Kriterien nach hohen Umwelt- und Sozialstandards hergestellt werden. VAUDE war an der Entstehung und Konzeptionierung des „Grünen Knopfes“ maßgeblich beteiligt.

Besonders erfreulich: Die Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ), eine Behörde des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) erkannte Green Shape als Standard für den Grünen Knopf an.

„Das war ein riesiger Erfolg und eine wertvolle Bestätigung dafür, dass wir mit unseren strengen Green Shape Kriterien, die wir uns selbst auferlegt hatten, den richtigen Weg eingeschlagen hatten“, sagt CSR-Managerin Hilke Patzwall heute.

Kreislaufdenken ist das Herz von Green Shape

Aber VAUDE ruht sich nicht auf den bisherigen Erfolgen aus: Zur Sommerkollektion 2022 bekam Green Shape ein neues Update. Jedes neue Green Shape Produkt muss nun überwiegend aus recycelten oder biobasierten Materialien bestehen. So können klimaschädliche Emissionen eingespart und die Entwicklung einer Kreislaufwirtschaft unterstützt werden. Auch weitere Kriterien wie Reparierbarkeit, Materialeffizienz oder Recycelbarkeit, die eingehalten werden müssen, zahlen auf dieses Ziel ein. Und wieder ist VAUDE in diesem Bereich Pionier: Kaum eine andere Marke bezieht diese strengen Kriterien in die Produktentwicklung bisher überhaupt ein.

Infografik des VAUDE Green Shape Systems

 

Was bedeuten die Green Shape Kriterien nun aber genau etwa für das Thema Reparierbarkeit, ein wichtiges Kriterium für nachhaltige Produkte?

VAUDE erarbeitete einen eigenen Reparaturindex, damit die Reparierbarkeit schon während der gesamten Produktentwicklung konsequent mitgedacht wird. Deswegen haben beispielsweise VAUDE Fahrradtaschen Schnallen, die einfach und mit wenigen Handgriffen auswechselbar sind. Außerdem bietet VAUDE schon seit vielen Jahren einen eigenen Reparaturservice und kooperiert mit vielen Repair Cafés. Zusätzlich bietet VAUDE „Do-it-yourself“-Reparaturanleitungen samt bestellbaren Ersatzteilen sowohl auf der eigenen Internetseite als auch auf der Online-Plattform iFixit.

Menschen im VAUDE Repair Café in Obereisenbach
Im VAUDE Repair Café beim Werksverkauf in Obereisenbach kann man Produkte reparieren lassen.

 

Außerdem beschäftigen sich die Produktdesigner*innen intensiv mit der Frage, wie bei der Produktion möglichst wenig Abfall entsteht. Optimale Materialeffizienz ist das Zauberwort, das durch die perfekte Abstimmung von Schnitt und Design dazu führt, das kaum noch Verschnitt entsteht. So werden wertvolle Ressourcen geschont.

Neu hinzugekommen ist auch das Thema Recycling und Entsorgung. VAUDE Produkte werden so entworfen und designt, dass sie möglichst lange halten und reparierbar sind. Aber auch das funktionellste, haltbarste und reparierbarste Produkt kommt irgendwann am Ende seines Produktlebenszyklus an. Leider steckt das Textil-Recycling noch in den Kinderschuhen – bisher werden überhaupt nur rund 1% aller Textilien wiederverwertet. Trotzdem greift VAUDE mit seinen Green Shape Kriterien bereits vor. Hilke Patzwall erklärt:

„Wir verankern bereits in der Produktentwicklung Kriterien dafür, welche Materialien und Verarbeitungs-Technologien ausgewählt werden, denn ideal für ein stoffliches Recycling sind Produkte aus möglichst sortenreinen Materialien, die sich gut voneinander trennen lassen.”

Alle Materialien werden nach ihrer Recyclingfähigkeit sowie dem derzeitigen Stand der tatsächlich vorhandenen Recycling-Infrastruktur bewertet. Bei Materialien, die nicht oder nur sehr schwierig recycelbar sind (z.B. Elasthan oder Polyurethan), prüfen die Produktmanager*innen, ob sie wirklich für die Funktion des Produktes erforderlich sind, oder ob zumindest ihr Anteil am Produkt reduziert werden kann. Das alles ist in der VAUDE Material Policy verankert.

Klimaschutz dank verschiedenster Recycling-Materialien

Nicht nur, um die Green Shape Ziele zu erfüllen, sondern auch um den eigenen ambitionierten Klimazielen gerecht zu werden, sollen bis 2024 90 % aller VAUDE Produkte einen recycelten oder biobasierten Materialanteil von mehr als 50 % haben.

VAUDE Messestand auf der ISPO 2017 mit Produkten aus recycelten PET Flaschen
Gebrauchte PET Getränkeflaschen lassen sich zu neuen Polysterfasern für unsere Produkte recyceln.

 

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl von recycelten und biobasierten Materialien, die zum Einsatz kommen: Ob recycelte PET-Flaschen, recycelter Kaffeesatz, recycelte Fischernetze, recycelte Daune oder biobasierte Stoffe, die etwa aus Rizinusöl oder Mais hergestellt werden. Ganz neu in dieser langen Liste ist das Recycling von Altreifen für die Herstellung von Polyamid.

Mit einem Massenbilanzverfahren können schwer recycelbare Kunststoffe wie Altreifen zur Herstellung von Polyamid verwendet werden. Das daraus gewonnene, nachhaltige Polyamid ist genauso funktionell wie herkömmliches, spart aber bei der Herstellung ca. 60 % an CO2-Emissionen ein. Mittlerweile kommt dieses Material in vielen Bekleidungsstücken, wie z. B. Trekkinghosen zum Einsatz, ab der Sommerkollektion 2023 auch in Rucksäcken oder Fahrradtaschen.

Wanderer mit VAUDE Produkten
Altreifen können zur Herstellung von Polyamid recycelt werden.

Die Green Shape Erfolgsgeschichte geht weiter…

Sicher ist, dass die Erfolgsgeschichte von Green Shape noch lange nicht zu Ende ist. Das Ziel ist weiterhin, dass die Produkte noch umweltfreundlicher werden, dass der ökologische Fußabdruck kontinuierlich kleiner wird und dass Natur und Klima immer weniger durch die Produktion der Outdoor-Ausrüstung belastet werden.

„Darüber hinaus streben wir eine externe Akkreditierung an, damit Green Shape ein Umweltstandard wird, der für alle Interessensgruppen gleichermaßen wertvoll und gültig ist“, erklärt CSR-Managerin Hilke Patzwall. Daher wurde jüngst ein Green Shape Beirat aus externen Expert*innen gegründet, um das unabhängige Fachwissen von Wissenschaftler*innen, Vertreter*innen der Konsumenten, dem Handel, der Medien sowie Umwelt-Organisationen in die Weiterentwicklung und Akkreditierung einzubeziehen.

Der Umweltstandard Green Shape ist einer unserer wichtigsten Bausteine, wenn es darum geht, ganzheitlich und zukunftsweisend zu wirtschaften, davon ist VAUDE-Geschäftsführerin Antje von Dewitz überzeugt:

„Wir müssen mit aller Kraft handeln, um den nachfolgenden Generationen die Lebensgrundlage zu erhalten. Genau das treibt mich und uns alle bei VAUDE seit vielen Jahren an: Nachhaltig und zukunftsweisend zu wirtschaften und dabei aktiv für den Klimaschutz einzutreten – für die Zukunft unserer Kinder und die Zukunft unseres Planeten.“

3 Jugendliche lachen in die Kamera vor Bergkulisse

 

Mehr zu unseren umweltfreundlichen Green Shape Produkten erfährst Du hier und wenn Du noch tiefer eintauchen willst, wie unser Umweltstandard im Detail funktioniert und welche Kriterien wir dabei alle berücksichten, klicke in unseren Nachhaltigkeitsbericht.

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