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Never stop riding! Wie Rad fahren auch im Winter Spaß macht.

So sicher wie die Lebkuchen im Supermarkt, erscheinen pünktlich zum Herbst und Frühjahr die einschlägigen Ratgeber in Fachpresse oder Tageszeitung: „Wie lagere ich mein Rad für den Winter ein?“ „Was muss ich beachten, wenn ich es nach dem Winter aus dem Keller hole?“

Gegenfrage: warum sollte man im Winter aufhören, Rad zu fahren? Eben! Das Fahrrad ist ein ideales Alltags- und Pendlerfahrzeug. Es ist gerade auf kurzen und mittleren Distanzen meist schneller als das Auto und man tut täglich der Umwelt und der eigenen Gesundheit etwas Gutes. Und das Fahrrad ist natürlich ein fantastisches und vielseitiges Sportgerät.

Wir geben Tipps, wie man das Velo 365 Tage im Jahr sicher und mit Freude nutzt.

„Kälte hin oder her – Radfahren im Winter macht Spaß.“ | Bild: Hari Pulko

Mit dem Rad zur Arbeit – oder sonst wo hin.

Das Fahrrad ist zunächst ein relativ universelles Fortbewegungsmittel. Zur Arbeit, ins Kino, zum Einkauf – wo auch immer man hinmöchte, bringt es einen. Lastenräder machen es neuerdings sogar möglich, einen ganzen Wäschetrockner damit zu transportieren. Ein paar Anpassungen an Mensch und Maschine genügen, um auch bei Minusgraden und Schneefall gut ans Ziel zu kommen.

Das Rad

Wie beim Auto profitiert die Fahrsicherheit auch beim Fahrrad ungemein von witterungsangepasster Bereifung. Die einzige Kontaktfläche zwischen Fahrrad und Fahrbahn ist deutlich kleiner als eine Postkarte und muss doch zuverlässig Lenkbewegungen, Brems- und Antriebskräfte übertragen. Bei rutschigen Bedingungen hilft es bereits, den Reifendruck etwas abzusenken, um dem Reifen so mehr Auflagefläche und Anpassungsfähigkeit an den Untergrund zu ermöglichen. Bei den meisten Fahrradreifen steht auf der Flanke eine Angabe mit dem Minimaldruck, den man nicht unterschreiten sollte.

„Ein Winterreifen fürs Fahrrad. Wie beim Auto mit Lamellenprofil.“ | Bild: pd-f.de/Schwalbe

Besser noch als nur den Reifendruck zu senken, funktionieren natürlich Reifen deren Profilgestaltung und Gummimischung auf die winterlichen Bedingungen angepasst sind – ganz wie beim Auto. Eine Reihe von Herstellern bietet neben den seit Jahren etablierten Spikes inzwischen Winter- oder Ganzjahresreifen mit griffigen Lamellenprofilen und einer weicheren Mischung an, die sich auch bei Minustemperaturen hervorragend mit dem Untergrund verzahnen. Solche Reifen funktionieren bei herbstlicher Regenschmiere genauso gut wie auf Schnee und „bestrafen“ selbst bei trockenen Bedingungen nicht mit einem wesentlich schlechteren Rollwiderstand. Wer häufig mit eisigen Bedingungen oder hartgepresstem Schnee zu tun hat, kann zu sog. Spikereifen greifen, bei denen kleine Schrauben im Reifenprofil den Grip verbessern. Weil diese Reifen aber bei Nässe keine Vorteile haben und der Rollwiderstand spürbar schlechter ist, sind die meisten Menschen mit den o. g. Winterreifen besser bedient.

„Auf Schnee und Eis ein kaum zu schlagender Spezialist: der Spikereifen.“ | Bild: Yorick Carroux

Wer sich trotz der richtigen Bereifung auf rutschigem Untergrund etwas unsicherer fühlt, kann den Sattel etwas niedriger stellen. So sitzt man tiefer im Rad, der Schwerpunkt verbessert sich und die Füße sind auch schneller am Boden. Noch besser als solche Hausmittel ist ein professionelles Fahrsicherheitstraining für Radfahrer, wie es u. a. ADFC und ADAC anbieten.

Weil das Winterradeln oft eine nasse und dreckige Angelegenheit ist, sind echte Schutzbleche eine absolut sinnvolle Sache. Die Nässe und das Salz auf den Straßen setzen den Antriebs- und ggf. Federelementen trotzdem hart zu, weswegen man gerade im Winter dem Fahrrad eine extra Portion Pflege gönnen sollte.

Apropos gönnen. E-Bike-Fahrer sollten ihren Akku nicht in der Kälte der winterlichen Garage laden, sondern lieber im Büro oder der Wohnung bei Zimmertemperatur. Eine längere Lagerung in der Kälte ist ebenfalls Gift für die Energiespeicher. Selbst während der Fahrt steigt die Effizienz und damit die Reichweite deutlich, wenn man den Akku in ein optionales Neoprencover hüllt und ihm so erlaubt, seine optimale Betriebstemperatur zu erreichen.

„Ein winterliches Fahrsicherheitstraining für Senioren.“ | Bild: pd-f.de | Kay Tkatzik

Auf einen Blick:

  • bei rutschigen Bedingungen: Reifendruck senken (Minimaldruck steht auf dem Reifen) und/oder Sattel niedriger stellen
  • bei Nässe, Schnee und Eis: Winter- oder Ganzjahresreifen mit griffigen Lamellenprofilen
  • für noch mehr Grip auf Schnee und Eis: Spikereifen (Nachteil: schlechter Rollwiderstand)
  • Schutzbleche gegen Nässe und Schmutz
  • Akku von E-Bikes bei Zimmertemperaturen laden

Die richtige Bekleidung

Hand aufs Herz, wer will schon verschwitzt ins Büro oder zur Arbeit kommen? Allerdings ist das Schwitzen eine wichtige Funktion des Körpers. Wer einen fahrradfreundlichen Arbeitgeber mit Mitarbeiterduschen wie VAUDE hat, ist natürlich gut dran.

Was Alltagsradler und Radpendler aber in jedem Fall brauchen, ist eine Bekleidung, die Schweiß und Wärme schnell vom Körper abtransportieren. Hier gilt: Was für den Bergsteiger richtig ist, hilft auch dem Winterradler – das Zwiebelprinzip. Am besten beginnt man mit einer Funktionsunterwäsche aus Merinowolle oder Merinomischgewebe wie der neuen VAUDE „Base“-Serie. Die trocknet schnell und stinkt nicht. Darüber je nach Wetter eine geeignete Isolation wie Fleece oder eine Primaloft-gefüllte Jacke und als Wetterschutz eine dampfdurchlässige (vulgo: atmungsaktive) Regenjacke wie z. B. das „Escape Bike Light Jacket“. Wichtig ist, auf Baumwolle zu verzichten, da diese Feuchtigkeit aufsaugt wie ein Schwamm aber nur sehr langsam trocknet. Das ist unangenehm und riecht auch nicht gut. Mit einem zusätzlichen Satz Wechselunterwäsche im Schrank ist aber jeder Arbeitnehmer auf der sicheren Seite.

„Eins über das andere – so geht das Zwiebelprinzip.“ | Bild: Moritz Attenberger

Eine Baumwolljeans und eine Regenhose für den Notfall gehen übrigens auch für Radpendler völlig in Ordnung. Am Bein schwitzt man einfach weniger.

Wer trotz allem so wenig wie möglich schwitzen will, sollte über ein E-Bike nachdenken. Hier nimmt der Elektromotor wahlweise viel oder weniger Arbeit ab. Man genießt alle Vorteile des Rades und ist entweder mit gleichem Aufwand schneller oder mit weniger Aufwand genauso schnell am Ziel wie ohne Motor.

Zubehör fürs Ganzjahresradeln

Schweiß ist natürlich nicht die einzige störende Form von Feuchtigkeit. Eine gute, lang geschnittene Regenjacke, die auch bei sportlicher Sitzposition den unteren Rücken schützt, und eine passende Regenhose sind wie gesagt Pflicht. Ein oft unterschätztes Accessoire für Ganzjahresradler sind wasserdichte Überschuhe wie die rundum reflektierenden VAUDE „Luminum Bike Gaiter“. Auch langgezogene Schutzbleche verhindern nämlich nicht, dass große Mengen Wasser auf den Füßen landen. Das reflektierende Material sorgt für hohe Sichtbarkeit, gerade an den ständig wirbelnden Füßen. Wenn dann noch das passende „Luminum“-Helmcover den Kopf trocken hält, steht dem Radlvergnügen auch bei übelstem norddeutschen „Schietwetter“ nichts mehr im Wege.

„Reflektierende Bekleidung ist ein echtes Sicherheitsplus in der dunklen Jahreszeit.“ | Bild: Jens Wegener

Prima also, wenn man selbst trocken bleibt aber oftmals hat man ja Dinge bei sich, die ebenfalls nicht nass werden sollen. Das kann das frische Brot sein, das man gerade auf dem Markt gekauft hat oder das Notebook auf dem Weg ins Büro. Wasserdichte Fahrradtaschen wie die VAUDE „Aqua Back“ oder „Comyou“-Modelle sind hier das Mittel der Wahl. Entweder klassisch zur Montage am Rad oder modisch und modern als Umhängetasche, dem Geschmack sind kaum Grenzen gesetzt – Hauptsache wasserdicht.

Auf einen Blick:

  • Zwiebelprinzip auch für Alltagsradler
  • Extremitäten und den Kopf schützen
  • Richtiges Zubehör hält das Gepäck trocken
„Im wasserdichten Rucksack bleibt der Laptop auch bei Hamburger Schietwetter trocken.“ | Bild: Martin Erd

Do sports! Das Fahrrad als Sportgerät im Winter

Mountainbike, Rennrad, Cyclocross, … – fast jede Radsportdisziplin kann man mit Freude im Winter ausüben. Und wenn dann doch zu viel Schnee liegt, kann man immer noch aufs Fatbike steigen.

Die meisten Radsportler wissen sehr genau, mit welchen technischen Maßnahmen sie ihr Rad wintertauglich machen. Seien es abnehmbare Schutzbleche, Regenreifen am Rennrad, spezielle Matschreifen am Mountainbike und so fort. Die unendliche Zahl an sinnvollen und weniger sinnvollen Tuningmaßnahmen sprengt hier jeden Rahmen. Deswegen konzentrieren wir uns auf einfache Tipps, die jeder umsetzen kann.

„Eine feste Größe im Winter: Cyclocross“ | Bild: Lars Schneider

Zwiebel – aber richtig!

Auch und gerade für den winterlichen Radsport ist das Zwiebelprinzip ein Muss. So ist man flexibler und atmungsaktiver gekleidet als mit einer dicken Schicht. Allerdings ziehen sich viele Hobbysportler im Winter viel zu warm an und häufen ein dickes Fleece auf eine warme Merinounterwäsche und ziehen noch eine Regenjacke drüber. Dazu eine dicke Helmmütze und warme Handschuhe. Das Resultat: schon bei kleinen Anstiegen kommt man stark ins Schwitzen. Selbst die atmungsaktivste Bekleidung bekommt die Feuchtigkeit nicht sofort durch die dicken Lagen nach außen. In der nächsten Entlastungsphase friert man dann trotz dicker Kleidung. Mountainbiker mit ihren ständigen Rhythmuswechseln sind von diesem Phänomen stärker betroffen als Rennradler, die oft eher konstant fahren. Als Faustregel gilt: bei Fahrtantritt darf man ruhig leicht frieren. Ist der Körper auf Touren, produziert er die Wärme von ganz allein.

Da man am Bein nicht soviel Wärme verliert wie am Oberkörper ist bei der Hose die Zwiebel meist nicht nötig. Wichtiger ist hier ein schnell trocknendes Sitzpolster, damit es am Gesäß keine Scheuerstellen gibt. Rennradler setzen im Winter gern auf eher dicke Trägerhosen, sog. Bibshorts wie die VAUDE „Alphapro Bib“. Mountainbiker bevorzugen in der Regel Shorts über einer extra Sitzpolsterhose, ob wasserdicht, winddicht oder „nur“ windabweisend hängt von der Art der Tour und dem Grad des Schlechtwetters ab.

Mountainbiker, deren größtes Vergnügen ist, im Schlamm zu spielen, freuen sich über den neuen, wasserdichten Einteiler „Moab Rain Suit“. So kommt garantiert weder Nässe noch Dreck an den Körper.

„Richtig eingepackt, macht auch Schlamm Freude!“ | Bild: Florian Mayerhoffer

Wieviel für was?

Wer eine kurze, intensive Tour plant, kommt meist ohne eine Extra- Isolation unterwegs aus. Minimalisten starten mit Merinounterwäsche und Trikot und haben eine klein verpackbare Windjacke wie die winzige VAUDE „Pro Windshell LW“ mit dabei, die passt sogar in die Trikottasche und bietet auch bei einsetzendem Regen einen ordentlichen Wetterschutz.

Klein verpackbare Arm- und Beinlinge erlauben in der Übergangszeit oder bei hoch intensiven Ausfahrten sogar „kurz/kurz“ zu fahren und bei Bedarf eine extra Portion Wärme aus der Trikottasche zu zaubern.

„Rennradfahren macht auch im Winter Spaß.“ | Bild: Lars Schneider

Wer längere Touren plant oder gern Pausen macht, sollte über eine zusätzliche Isolation nachdenken. Die verhindert das Auskühlen und wärmt auch, wenn man nach stundenlanger Fahrt nicht mehr die Energie hat, den Körper durch Leistung auf Temperatur zu halten. Mountainbiker sind hier im Vorteil, da sie meist ohnehin mit Rucksack fahren und so mehr Platz für eine Reservejacke haben. Moderne Daunen- oder Kunstfaserisolationen sind allerdings so komprimierbar, dass man sie im Zweifel in die Trikot- oder falls das nicht geht, in die am Rennrad häufige Satteltasche stecken kann. Ein Satz zur Daune: in Sachen Wärme pro Gewicht nach wie vor ungeschlagen, bleibt das Naturmaterial feuchtigkeitsempfindlich und verliert nass(geschwitzt) einen Großteil seiner Wärmeleistung. Daune eignet sich also hervorragend als Pausenjacke, weniger während der Fahrt.

Best of both worlds – bodymapping

Wer nicht für jeden Spezialfall eine eigene Jacke anschaffen will, für den sind Produkte mit dem sog. Bodymapping eine gute Lösung. An unterschiedlichen Körperstellen kommen unterschiedliche Materialien zum Einsatz, etwa am exponierten Rumpf ein isolierendes winddichtes Material und unter den gut geschützten Achseln ein atmungsaktives Stretchgewebe wie beim VAUDE „Minaki Jacket“. Weniger atmungsaktiv als ein reines Softshell und weniger Isolation als eine reine Wärmejacke, dafür in vielen Fällen genau der richtige Kompromiss, der erlaubt mit nur einem Teil unterwegs zu sein.

Und was ist, wenn es regnet?

Bei kurzen, intensiven Touren ist es kein Drama, nass zu werden. Hier reicht der Wetterschutz einer Wind- oder Softshelljacke wie z. B. der VAUDE „Posta Softshell“ völlig aus. Der Körper produziert soviel Wärme, dass das bisschen Nässe, das hier durchgekommen ist, im Nu wieder trocknet.

„Auf dem Fahrrad wichtig: hinten länger!“ | Bild: Martin Erd

Bei langen Touren oder der Kombination aus Regen und Kälte sollte eine fahrradspezifisch geschnittene, d. h. am Rücken und den Armen ausreichend lange, Regenjacke wie das VAUDE „Sky Fly Jacket“ in jedem Fall an Bord sein. Sonst kühlt man schnell komplett aus und das ist bestenfalls unangenehm und schlimmstenfalls gefährlich.

Wer mit Rucksack oder anderem Stauraum unterwegs ist, darf gern über ein Paar Wechselhandschuhe nachdenken. Wenig ist unkomfortabler, als in klitschnassen Handschuhen eine lange Abfahrt bei niedrigen Temperaturen zu bewältigen.

Apropos Handschuhe: Aus dem Mountainbikesport nicht mehr wegzudenken, sind auch für Rennradler Langfingerhandschuhe wie die VAUDE „Chronos Gloves“ eine Überlegung wert.

Wie halte ich meine Füße trocken?

Schutzbleche am Sportgerät sind aus vielerlei Gründen selten. Die Füße des Radsportlers sind bei nassem Wetter also extrem dem Wasser ausgesetzt. Rennradler nutzen gern und oft die schon angesprochenen Überschuhe, da diese nicht nur vor Wasser sondern auch vor Fahrtwind schützen. Wer in richtig miserablem Wetter Rennrad, Cross oder Gravel fährt, freut sich trotzdem über die neuen VAUDE „Minaki Mid CPX“. Diese sind nicht nur wind- und wasserdicht, sondern auch warm gefüttert. Eine integrierte Gamasche verhindert zudem, dass Wasser von oben in die Schuhe fließt und macht so die Überschuhe überflüssig.

„So bleiben die Füße trocken.“ | Bild: Moritz Attenberger

Bei Mountainbikern sind Überschuhe deutlich seltener. Egal ob mit Klick- oder Plattformpedalen, leicht verheddern sie sich, rutschen hoch oder sammeln massenweise Schlamm und Dreck. Wasserdichte Radschuhe sind hier meist die bessere Wahl. Für Klickpedalfahrer ein Traum: Der halbhohe VAUDE „Tsali AM Mid STX“. Umweltfreundlich hergestellt aus zertifiziertem Leder, wasserdicht und mit der Robustheit eines Wanderschuhs gesegnet. Wer Flatpedals fährt, schraubt einfach die beiliegende Gummi-Abdeckung ein.

Wenn trotz allem einmal Wasser in den Schuh kommen sollte, freut sich, wer Merinowollsocken wie die „All Mountain Wool“ trägt. Das Naturmaterial wärmt selbst dann noch, wenn es nass ist. Racer, denen diese Variante zu warm ist, greifen zur dünnen und extrem schnell trocknenden „Bike Sock“. Doch Vorsicht: zum schnellen Trocknen gehört wieder Körperwärme. Komfortliebhaber haben übrigens einfach Wechselsocken dabei.

Watch your head

Von den unteren Extremitäten zurück nach oben. Nirgends verliert der Mensch soviel Wärme wie am Kopf. Regen und Fahrtwind können deshalb im Winter ganz schön unangenehm werden. Anders als in der Stadt, ist der sportliche Winterradler mit einer sog. Helmmütze besser beraten als mit einem Helmcover. Sie besteht meist aus dünnem Stretchfleece und ist wesentlich atmungsaktiver und leiser als ein Cover. Das VAUDE „Bike Race Cap“ oder sein winddichter Bruder das „Bike Windproof Cap“ erfüllen die Anforderungen optimal. Wird es brutal kalt, etwa beim winterlichen Fatbiken, ist eine Balaclava wie die „Bike Facemask“ das Kleidungsstück der Wahl, um das gesamte Gesicht und den Kopf vor Kälte zu schützen.

Nach der Fahrt

Ob Alltags- oder Sportradler, die richtige Pflege nicht nur des Velos, sondern der Funktionsbekleidung ist entscheidend, um langfristig Freude an beidem zu behalten. Genaue Angaben zu Temperaturen, Trockner und Schleudern geben immer die Waschanleitungen im Produkt.

„Funktionsbekleidung sollte regelmäßig gewaschen werden.“ | Bild: Vaude | Alwin Buchmaier | pd-f.de

Gerade um wasserdichte und winddichte Funktionsbekleidung ranken sich viele falsche Mythen. Der häufigste und fatalste ist es, dass Regenkleidung nicht gewaschen werden dürfe. Das Gegenteil ist der Fall. Um sie dauerhaft wasserdicht und atmungsaktiv zu halten, sollten sie regelmäßig gewaschen werden. Kosmetika, Körperfett, Salze von innen (Schweiß) oder außen (Gischt) schaden sowohl wasserdichten Membranen als auch den Klebeverbindungen, die zum Abdichten der Nähte notwendig sind. Mindestens zweimal im Jahr, bei intensiver Nutzung wie Sport deutlich häufiger, sollten solche Jacken mit einem weichspülerfreien Flüssigwaschmittelbei bei 30 bis 40° C gewaschen werden. Ideal ist ein spezielles Waschmittel wie das „Tech Wash“ von Nikwax. Wasserdichte und winddichte Jacken mit Membrantechnologie dürfen nicht geschleudert werden.

Wasserdichte Hosen dürfen idR seltener gewaschen werden, weil sie weniger direkten Kontakt mit der Haut haben.

Nach intensiver Nutzung und nach einigen Wäschen lässt die Oberflächenimprägnierung des Materials nach. Wasser perlt nicht mehr in kleinen Tropfen ab, sondern wird vom Obermaterial flächig aufgesaugt. Das ist normal und kein Schaden, denn diese Imprägnierung ist nicht für die Wasserdichtigkeit zuständig (dafür ist im inneren des Produkts eine Membran oder Beschichtung verbaut), sondern für die Atmungsaktivität. Ein mit Wasser vollgesogenes Obermaterial lässt Schweiß von innen nicht mehr entweichen. Das Erneuern der Imprägnierung ist denkbar einfach. Man sprüht die frisch gewaschene und noch leicht feuchte Jacke oder Hose großflächig mit einem Imprägnierspray wie dem Nikwax „TX Direct Spray-on“ und lässt sie trocknen. Wer in die Vollen gehen will, nutzt einen Wäschetrockner bei niedriger bis mittlerer Temperatur zum Trocknen oder bügelt noch einmal über das Produkt (niedrige Stufe, Geschirrhandtuch dazwischen legen), da die Wärme die Wirkung der Imprägnierung verbessert.

„Imprägnieren ist so einfach wie Deo benutzen.“ | Bild: Vaude | Alwin Buchmaier | pd-f.de

Wer keine Lust auf diesen zweistufigen Prozess hat, nutzt eine sog. „Einwaschimprägnierung“ wie Nikwax „TX Direct Wash-In“, die Waschen und Imprägnieren in einem Schritt erledigt. Die Atmungsaktivität leidet etwas darunter, dafür ist es bequemer.

Alle anderen Funktionstextilien (außer Daune), wie Softshell ohne winddichte Membran, Kunstfaserisolationsjacken, Fleece oder Wolle können ganz normal bei der angegebenen Temperatur mit einem weichspülerfreien Flüssigwaschmittel in der Maschine gewaschen werden. Spezielles Wollwaschmittel für Merino-Produkte ist nicht nötig. Weichspüler ist aber Gift für die Umwelt und jedes Funktionsmaterial.

Bei Teilen, die man als äußere Lage trägt, wie Softshell-, Wind- oder Isolationsjacken, kann man bei Bedarf eine Imprägnierung vornehmen, um den Wetterschutz zu erhöhen.

Bleibt als Spezialfall die Daune. Daune ist sehr feuchtigkeitsempfindlich. Wird sie nass, verklumpt sie und kann dadurch Schaden nehmen. Um Gerüche loszuwerden, sollte man Daunenprodukte zunächst gut und regelmäßig lüften. Ein Trick gegen hartnäckige Geruchsbakterien ist, das stinkende Kleidungsstück in einer Plastiktüte einige Tage in Gefrierfach oder Tiefkühltruhe zu legen. Ist das Daunenprodukt extrem verschmutzt, empfiehlt sich die professionelle Reinigung in einem spezialisierten Betrieb, wie z. B. beim „Outdoor Service Team“ in der Nähe von Berlin. Will man die Daune partout selbst waschen, sollte man ein spezielles Daunenwaschmittel verwenden und das Teil anschließend lange bei niedriger Intensität im Wäschetrockner trocknen. Der alte Trick, zusammengeknüllte Socken oder Tennisbälle in den Trockner zu geben, um die verklumpte Daune zu lockern, hilft leidlich. Ein Restrisiko, eine saubere aber ruinierte Daune zu bekommen, bleibt jedoch immer.

Auf einen Blick:

  • Zwiebelprinzip für den Sportradler
  • Nicht zu warm anziehen
  • Für jedes Szenario gibt es die richtige Kleidung
  • Regelmäßige Pflege ist wichtig
„Wenn Du es bis hierher geschafft hast, halten Dich in Zukunft auch Eis und Schnee nicht mehr auf.“ | Bild: pd-f.de | Gregor Bresser

Text: Arne Bischoff

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