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Fritz Millers neue Erlebnisse in Patagonien

Vom 12. November bis zum 11. Dezember 2012 war ich mit Michi Wohlleben und Arne Bergau in Patagonien unterwegs. Nachdem ich im Jahr zuvor mit Korbinian Schmidtner auf Fitz Roy und Aguja Poincenot stand, hieß unser Ziel diesmal Torre-Gruppe.

Nach einer langen Reise über die Stationen Frankfurt, Sao Paolo, Buenos Aires und El Calafate erreichten wir schließlich unseren Zielort El Chaltén, ganz im Süden von Argentinien. Gleich am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg ins “Niponino-Camp”, einem beliebten Biwakplatz im Torre-Valley. Von dort wollten wir über die Route “Exocet” auf die Aguja Standhart klettern. Die Aguja Standhart ist ein beeindruckender Gipfel, auch wenn sie klar im Schatten ihrer höheren und schwierigeren Nachbarn Cerro Torre und Torre Egger steht.

Doch schon der Zustieg ins “Niponino” war keine leichte Aufgabe. Der Gletscher hatte sich im Vergleich zum Vorjahr stark verändert, so dass meine Ortskenntnisse nicht mehr viel Wert waren. Am Biwakplatz angekommen, erlebten wir die nächste Überraschung: Unser Jetboil-Kocher funktionierte nicht. Zum Glück war der bekannte Alpinist Colin Haley (USA) mit uns im “Niponino” und wir konnten seinen Kocher mitbenützen.

Die “Exocet” klappte dafür gut. Wir hatten einen Traumtag erwischt: bestes Wetter, kaum Wind und gute Verhältnisse in der Route. Um 17:00 standen wir auf dem Gipfeleispilz und genossen die grandiose Aussicht auf das Patagonische Inlandeis, die Fitz-Roy-Gruppe und den Cerro Torre.

Nach ein paar Schlechtwettertagen, die wir in El Chaltén verbrachten, packten wir unsere Sachen für einen Versuch an der Cerro Torre Westwand. Das Wetter entwickelte sich aber nicht wie erhofft. Bei ziemlich schlechter Sicht leisteten wir uns einen “Verhauer” im Zustieg zum Col de la Esperanza und brachen den Versuch daraufhin ab. Ob es gegangen wäre? Wahrscheinlich nicht, zumal der Jetboil-Kocher, den wir diesmal dabei hatten, auch plötzlich nicht mehr funktionierte…

Kaum zurück im Ort, kündigte sich eine Wetterbesserung an. Sollten wir es nach nur einem Ruhetag gleich wieder probieren? Wir gingen nicht und setzten stattdessen auf das nächste Wetterfenster — und hatten wieder Pech. Auch bei diesem Versuch blieben wir im schlechten Wetter und vielen Neuschnee hängen. In der letzten Woche unseres Aufenthalts war das Wetter zum Bergsteigen dann endgültig zu schlecht. Immerhin konnten wir noch ein paarmal Sportklettern und Bouldern gehen.

Um an einem Berg wie Cerro Torre oder Torre Egger erfolgreich zu sein, muss eben (fast) alles passen, was bei uns leider nie der Fall war. Dennoch ein herzliches Dankeschön an alle, die uns die Daumen gedrückt haben — an euch hat’s bestimmt nicht gelegen!

Außerdem besten Dank an VAUDE, Bergfreunde.de und Trek’n Eat für die Unterstützung unserer Reise, an Dörte Pietron für alle möglichen Tipps und Routeninfos sowie an Michi Wärthl, Claus Haberda und unsere Schweizer Freunde für die gute Zeit im Centro Alpino. Text: Fritz Miller, VAUDE Team Alpine

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