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Der Wald – Sehnsuchtsort, Lebensraum, Erholungsgebiet. Tipps für tolle Erlebnisse unter Buche, Eiche und Kiefer…

Den Deutschen wird ein nahezu mystisches Verhältnis zum Wald nachgesagt. Vor allem die Romantiker wie Eichendorff, die Brüder Grimm oder Heinrich Heine liebten den Wald – einige vereinnahmten ihn sogar nationalistisch als vermeintliches Gegenbild zu einer behaupteten „französischen Urbanität“. Zweihundert Jahre später muss der Wald einen riesigen Spagat bewältigen. Als grüne Lunge ist er CO2-Speicher, Lebensraum und Rückzugsort für Tiere und Pflanzen. Als Wirtschaftswald dient er der Forstwirtschaft, der Jagd und vielen Menschen zum Broterwerb, und in den Freizeitwald pilgern täglich zehntausende Menschen auf der Suche nach Erholung und Erlebnis. Der Wald hat auch eine wichtige Funktion für das Weltklima. Allein in Deutschland entlasten Bäume die Atmosphäre jährlich um rund 62 Millionen Tonnen Kohlendioxid, ein einziger Quadratkilometer Wald kann zudem bis zu 1.000 Tonnen des Treibhausgases dauerhaft einlagern.

Wir haben acht Aktivitäten zusammengestellt, um den Wald zu entdecken, besser kennenzulernen und zu verstehen. Mal abenteuerlich, mal ganz bei sich. Eins ist sicher: Im 21. Jahrhundert brauchen die Menschen den Wald mehr denn je.

Hier muss doch irgendwo ein Pilz stehen! Bild: Ralf Gantzhorn
  1. Ab in die Pilze

Es ist Herbst: Was gibt es schöneres, als mit einem Korb und einem scharfen Messer durch den Wald zu stöbern und Pfifferlinge, Steinpilze oder Totentrompeten zu sammeln? Doch Vorsicht! Man sollte wissen, was man tut, bevor man der Familie ein Festessen kredenzt, denn viele Pilze sind giftig oder sogar tödlich. Diverse Internetseiten wie die Speisepilzübersicht des Naturschutzbund NABU informieren genauso über die besten Speisepilze wie spezielle Bestimmungsbücher, etwa vom Kosmos-Naturverlag. Schön ist es auch, sich einer geführten Pilzwanderung anzuschließen und von einer Pilzexpertin oder einem Pilzexperten das Handwerk des Pilzesammelns zu erlernen.

Tipp: Wer allein loszieht und unsicher ist, ob das gefundene „Schwammerl“ nun eine Delikatesse ist oder zur Diarrhö führt, findet bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie Pilzsachverständige in der eigenen Region, die gern Funde begutachten.

Einmalig schön! Eine Nacht unter Bäumen. Bild: Maximilian Semsch
  1. Mal wieder draußen schlafen

Eine Nacht im Wald oder am Waldrand ist etwas ganz Besonderes. Gebettet auf weiches Moos, über sich der Sternenhimmel und um sich herum die nächtlichen Geräusche: Das Rauschen des Windes, das Rascheln der Bäume und mit etwas Glück ein bellendes Reh oder der Ruf von Waldkauz oder Ziegenmelker. Klingt kitschig? Ist aber wunderschön! Ein bisschen Ausrüstung braucht es allerdings schon, um die kühlen Stunden des Tages auch richtig zu genießen. Eine warme Isomatte und ein passender Schlafsack sind Pflicht, damit man nicht vor ungewohnter Kälte kein Auge zumacht, während ein leichtes Tarp oder Biwaksack eine gute Alternative zum Zelt sein können.

Tipp: Wir haben eine Übersicht über die rechtliche Situation in Deutschland und den beliebtesten Reiseländern außerhalb Deutschlands für Euch zusammengestellt. So gibt es keinen Stress mit dem Förster.

Wälder locken Mountainbiker mit vielen versteckten Pfaden. Bild: Christoph Laue
  1. Mountainbiken – aber naturverträglich

Schmale Singletrails, schwierige Wurzelteppiche – der Wald ist ein Paradies für Mountainbiker. Ob allein oder in der Gruppe – auf ausgedehnten Touren könnt Ihr die Wälder Eurer Region richtig gut kennenlernen. Eine Vielzahl von Touren finden sich etwa auf der Seite Alpenverein aktiv, an der auch der VAUDE-Partner Deutscher Alpenverein beteiligt ist, oder auf kommerziellen Portalen wie Komoot oder Strava. Noch schöner ist’s meist auf geführten Touren von professionellen Guiding-Anbietern oder DAV-Sektionen. So geht Ihr sicher, nicht nur die schönsten Wege zu entdecken, sondern erfahrt von den geschulten Guides auch vieles über Land und Leute. Wer mit dem MTB auf Entdeckungstour geht, sollte auf jeden Fall angepasste Bekleidung, das nötige Werkzeug und Ersatzteile sowie ausreichend Essen und Trinken im Rucksack dabei haben.

Tipp: Hinweise und Verhaltensregeln zum naturverträglichen Bikevergnügen haben wir in einem eigenen Artikel für Euch aufgeschrieben.

Ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen! Wie wahr. Bild: Ralf Gantzhorn
  1. Waldbaden oder „Shinrin Yoku“

Der Gegenentwurf zum sportlichen und dynamischen Mountainbikesport: Beim Waldbaden geht es darum, den Wald und seine Eindrücke mit allen Sinnen aufzusaugen. Nicht die Bewegung steht hier im Vordergrund, sondern Ruhe und Unaufgeregtheit. Die Idee ist in Japan sehr populär, der Begriff „Shinrin Yoku“ bedeutet übersetzt etwa soviel wie „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“ und funktioniert auch in der deutschen Sprache erstaunlich gut. Mit Techniken aus der Meditation oder dem Yoga lernt Ihr, die Atmosphäre noch intensiver aufzunehmen.
Tipp: Inzwischen gibt es überall in Deutschland, Österreich und der Schweiz entsprechende Seminare oder Veranstaltungen. Von Annette Bernjus, eine der bekanntesten „Waldbademeisterinnen“ Deutschlands, ist zusammen mit Anna Cavelius das Buch „Waldbaden“ erhältlich.

Werden und Vergehen sind im Wald ein stetiger Kreislauf. Bild: P. Dietenberger
  1. Den Waldwandel verstehen

Für Forstwirte und Tourismusanbieter ist er der Todfeind, Naturschützerinnen und Naturschützer sehen in ihm einen Katalysator für den natürlichen Waldwandel. Sicher ist: Der Borkenkäfer spaltet die Gemüter. Wer verstehen möchte, wie das etwa einen Zentimeter kleine Insekt biologische Großprozesse prägt, kann in den Wald-Nationalparks Bayerischer Wald, Harz oder Schwarzwald mit den Nationalpark-Rangern auf Tour gehen und live dabei sein, wenn in den vermeintlich toten Flächen ehemaliger Nadelholz-Monokulturen ein neuer natürlicher Wald mit einer ungeahnten Vielfalt an Leben entsteht.

Tipp: Warum nicht mal Urlaub in der Nähe machen? Nicht nur in Corona-Zeiten kann man in den genannten Nationalparks und an vielen anderen Orten im ganzen deutschsprachigen Raum viele der hier gesammelten Aktivitäten auf kleinem Raum ausprobieren.

Von oben sieht alles ganz anders aus! Bild: Ralf Gantzhorn
  1. Über den Wipfeln

In vielen Regionen entstehen Baumwipfelpfade. Besonders berühmt ist etwa der Baumkronenpfad im Nationalpark Hainich. Thüringens einziger Nationalpark ist übrigens auch die größte nutzungsfreie Waldfläche Deutschlands. Von oben genießt man eine ganz neue Perspektive auf die Bäume und ihre Kronen. Star-Wars-Fans dürfen sich außerdem ganz wie „Ewoks“ fühlen, die putzigen aber wehrhaften Waldlebewesen, die ihre Städte in die Kronen wahrer Baumriesen bauen.

Tipp: Auch wenn die Holzkonstruktionen meist so einfach und schnell zu begehen sind wie Fußwege in der Stadt, sollte man ausreichend Zeit einplanen. Der Perspektivwechsel ermöglicht jung und alt völlig neue Ein- und Ausblicke. Wer hektisch daran vorbeirauscht, verpasst etwas.

Einfach mal wieder spazieren gehen. Bild: Ralf Gantzhorn
  1. Der gute, alte Spaziergang

Der Job nervt, der Alltag stresst, Sorgen kommen auf? Kaum etwas bringt Euch so schnell auf andere Gedanken wie ein Spaziergang durch den Wald. Mit offenen Augen, Ohren und Nase und dem Smartphone tief in der Tasche vergraben (oder ganz zu Hause), kann man einfach am besten durchatmen. Wer auf den Geschmack gekommen ist, den Wald auf „Schusters Rappen“ zu erkunden, für den empfehlen sich auch längere Wanderungen. Viele Regionen, wie der VAUDE-Partner die Region Ostbayern, bieten hunderte Kilometer markierte Wanderwege an. Einfach mal ausprobieren.

Tipp: Mit einem Fernglas sieht man mehr: Das äsende Reh am Waldrand, den scheuen Hasen im Feld oder Europas kleinste Vogelart, das Wintergoldhähnchen, in den Spitzen alter Nadelbäume.

Hier macht das Rennen doppelt soviel Spaß. Bild: P. Dietenberger
  1. Mit den Kindern im Wald spielen

Der Wald ist für Kinder einer der besten Abenteuerspielplätze der Welt. Egal was man dort macht, ob Verstecken spielen, Tiere gucken, Eicheln sammeln oder einfach nur rennen – es ist immer ein Abenteuer. Erst recht, wenn man es mit einer der anderen Aktivitäten aus unserer Liste kombiniert. Gerade für Kinder ist der Wald ein wichtiger Lern- und Erfahrungsraum. Sie entdecken dort eine vollkommen andere Welt mit ganz eigenen Gesetzen, betreten Neuland, erweitern ihren Aktionsradius und gewinnen so Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Auch die Allerkleinsten können in der Kindertrage schon mit in den Wald. Wir können in unserem ureigenen Interesse nur hoffen, dass die nächste Generation es besser macht als unsere und die vorangegangenen, und die Natur nicht weiter ausbeutet und zerstört, sondern endlich und wirksam schützt. Die Bewegung Fridays for Future ist ein ermutigendes Signal!

Tipp: Kalte Füße, ein nasser Pullover oder Hunger und Durst können aus dem Abenteuer schnell ein Fiasko machen. Wenn der Nachhauseweg dann auch noch lang ist, ist es schnell vorbei mit der Waldbegeisterung der Kleinen. Warme und wasserdichte Bekleidung, passendes Schuhwerk, eine gut gefüllte Brotdose und eine wiederverwendbare Trinkflasche sind wahre Stimmungsretter. Wenn der Kinderrucksack dann auch noch aussieht wie das Reh oder Eichhörnchen, das man gerade gesehen hat, dann steht der Waldbegeisterung nichts mehr im Weg.

Wenn wir solche Naturlandschaften bewahren wollen, müssen wir umdenken. Bild: Moritz Attenberger

Wir freuen uns über jeden Menschen, der den Wald besucht. Wir Menschen sind dort aber nur Gast. Behandele den Wald und seine Bewohner also entsprechend. Bitte beachte auch besonders die Regeln von Schutzgebieten oder Nationalparks. Respektiere die Fluchtdistanz von Tieren, bleibe auf den Wegen und lasse nichts im Wald, was nicht dorthin gehört. Das gilt vor allem für Müll jeder Art. Gerade Papiertaschentücher sind in den letzten Jahren immer mehr zum Ärgernis geworden. Was viele Menschen nicht wissen: Ihr spezieller Zellstoff ist wasserabweisend und hoch reißfest und braucht deshalb etwa ein Jahr, um zu verrotten – in alpinen oder nordischen Gegenden wesentlich länger.

Ein Rohstofflieferant – und so viel mehr. Bild: Moritz Attenberger

 

Der Wald als Rohstofflieferant
Auch VAUDE setzt die Ressource Wald als Rohstoff ein. Biobasierte Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen wie die Zellulosefaser Lyocell sind feste Bestandteile unseres Materialmixes. Das Eukalyptus- und Buchen-Holz, das wir in unseren Produkten verarbeiten, stammt aus zertifiziert nachhaltiger Forstwirtschaft und kommt ohne Düngung oder künstliche Bewässerung aus. Mehr dazu in unserem Nachhaltigkeitsbericht.

Text: Arne Bischoff | velonauten

Unsere Highlights zum Wandern:

VAUDE Women´s Elope Fleece Jacket
Eine warme und gleichzeitig schnelltrocknende Fleece-Jacke für ambitionierte Wanderer.
Die kuschelig weiche Innenseite aus Lyocell-Fasern wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Dieses natürliche Material wirkt feuchtigkeitsregulierend und es trägt sich seidenweich auf der Haut.

VAUDE Men`s Rosemoor LS T-Shirt
Vielseitiger Baselayer für den universellen Einsatz: Kaum ein anderes Langarmshirt ist so flexibel wie das Rosemoor Longsleeve Shirt. Innen aus seidenweicher Holzfaser gefertigt, ist es nicht nur für empfindliche Haut geeignet, sondern es schont auch die Umwelt.

VAUDE Magus 20
Ob auf sportlichen Wanderungen oder langen Spaziergängen. Der Magus ist mit seinen 20 Litern Volumen ein toller Allrounder. Dank Rückensystem Aeroflex 3D sitzt der Rucksack bequem auf der Hüfte und sorgt gleichzeitig für eine gute Rückenbelüftung.

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