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BAMBOOBASTI im Interview (Part I)

Wer bin ich: Sebastian Gutmann, geboren 1991 in Waldkirch (Schwarzwald).

Charaktereigenschaften: Ehrgeizig, motiviert, empathisch, lustig und teils etwas dickköpfig.

Mein Arbeitsunfall am 10. August 2010: Ich verlor damals fast meine linke Hand. Das war für mich wie mein zweiter Geburtstag. Dadurch habe ich begriffen, dass Arbeit und Geld nicht alles im Leben sind. Ich änderte mein komplettes Leben und schlug eine andere Richtung ein. Ein paar Jahre später gründete ich meine eigene Möbel-Firma HOCKT. Ich habe sehr viel dazu gelernt und am eigenen Unternehmen erfahren, wie ein Start-Up und Kleinunternehmen funktioniert. Vor meiner Weltreise schenkte ich das komplette Unternehmen meinem Freund und Mitgründer. Nun heißt es auf der Weltreise 120 Prozent geben und an meinen Visionen und Zielen zu arbeiten

VAUDE hat mit ihm über den ersten Part seiner Reise gesprochen…

 

Sebastian, warum genau diese Route?

Ich wollte dem Sommer hinterherfahren und nur in den warmen Monaten reisen.

So ist es einfacher Fahrrad zu fahren und ich brauch weniger Gepäck. Der Plan war, dass ich denn Sommer über auf der Nordhalbkugel verbringe und dann im Herbst in der Nähe des Äquators reise und damit den eigentlichen Winter umgehe. Ich wollte also den Jahreszeitenwechsel so gut es aus dem Weg zu gehen.

 

Gibt es eine spannende Geschichte auf dem Weg von München bis in den Iran, die Du erlebt hast?

Ja, die habe ich 😉 Ich nenne sie „Tabasco Story“.

Als ich im August 2017 aus Istanbul raus gefahren bin wollte ich erst einmal einfach nur einen ruhigen verlassenen Zeltplatz finden und nur für mich alleine sein. Oberhalb eines Dorfes, am Fuße eines Berges, habe ich dann einen wunderschönen Zeltplatz zwischen Obstbäumen gefunden.

Kurz nach Sonnenuntergang hörte ich ein Rascheln vor meinem Zelt, gefolgt von Pfotenscharren und Jaulgeräuschen. Bevor ich mich umsehen konnte, hatte sich eine Meute wilder Hunde, neugierig und bellend, vor meinem Zelt versammelt. Ich wusste nicht was ich tun sollte und hoffte, dass die Hunde bald das Interesse an meinem Zelt und mir verlieren und wieder verschwinden würden.

Doch leider war das Gegenteil der Fall. Plötzlich war ich von etwa 20 aggressiv bellenden Wildhunden umzingelt. Ich hatte noch nie solch eine Angst. Ich habe immer überlegt, was wäre, wenn die Hunde das Zelt aufreißen und mich angreifen würden. Ich zitterte am ganzen Leib.

Da kam mir ein Tipp in den Sinn, den mir zu Beginn meiner Reise der Extremradfahrer Franz Preiß gegeben hatte. Er erzählte mir von Wildhunden, die ihm während eines seiner Rennen hinterherrannten und beißen wollten. Ich sollte mir deshalb eine Flasche Tabasco einpacken und im Falle des Falles mich damit einreiben. Eigentlich sollte ich mir die Waden einreiben, aber vor lauter Angst habe ich mir dann getreu dem Motto „viel hilft viel“ den ganzen Körper eingerieben. Die Hunde haben mich dennoch nicht in Ruhe gelassen und sind erst gegen 5 oder 6 Uhr morgens nach und nach verschwunden.

Übernächtigt und mit reichlich Tabasco am Körper baute ich dann schlussendlich mein Zelt ab und machte mich auf den Weg durchs Gebirge. Es half nicht wirklich, dass ich an diesem Tag zirka 400 Höhenmeter bei knallender Sonne zurücklegen musste. Schweiß, Sonnenstrahlen und Tabasco, echt eine fiese Mischung. Ich dachte ich würde im wahrsten Sinne des Wortes in Flammen stehen.

 

Was sind die Momente die Dich auf der Reise glücklich machen?

Wenn ich Wasser und etwas Leckeres zu Essen dabei hab und einen schönen Zeltplatz finde. Oder auch, wenn ich mit dem was ich tue, andere Menschen inspirieren kann.

 

Wie lang lebst Du schon vegan und warum?

Schon seit sieben Jahren. Am Anfang war es einfach nur eine weitere Herausforderung. Nach dem ersten Monat habe ich ein Buch vom veganen Triathleten Brendan Brazier in die Hand bekommen. Er hat mich sehr inspiriert und in meinem Glaubensansatz gestärkt, vegan zu leben.

Dann war mein Antrieb, dass ich in meinem Leben und im Sport leistungsfähiger und weniger krank sein wollte. Das kann ich komplett bestätigen. Ich bin in meiner Vegan-Zeit nie wieder krank geworden und habe keinen Arzt gebraucht. Ja OK, ab und zu müsste ich meinem Körper mehr Erholungszeiten geben, besonders nach Stress und physischer Erschöpfung.

Zu guter Letzt kam dann auch der Umweltgedanken dazu. Von dem her würde ich behaupten, dass es unserer Welt deutlich besser ginge, würden sich mehr Menschen vegan oder vegetarisch ernähren und wir dadurch mehr Essen für alle hätten. Wir sollten einfach bewusster mit uns selbst und unserem Essen umgehen.

 

Gab es Dinge, bei denen Du überlegen musstest, ob Du sie mitnimmst?

Ich habe lange überlegt, ob ich Klamotten für kalte Tage mitnehmen sollte. Habe mich dann aber auf Grund meiner Route und der geplanten Reisezeit dagegen entschieden – im Nachhinein hätte ich vielleicht doch den einen oder anderen Pullover mitnehmen sollen 😊

 

Was ist Dein wichtigster Gegenstand ohne den Du nicht könntest? Außer Deinem Fahrrad natürlich 😉

Mein Smartphone! Ich würde gerne sagen… meine Satteltaschen! Aber ohne die liebe Technik, wäre ich doch schnell aufgeschmissen. Nicht unbedingt wegen der Navigation, sondern insbesondere das Abspeichern von neuen Kontakten und das Kommunizieren mit Hosts und potenziellen Übernachtungsmöglichkeiten sind das A und O. Außerdem möchte ich ja meine Community auf dem neuesten Stand halten.

 

Erzähl doch noch etwas über den Radbau

Ich liebe es einfach meine Sachen selbst zu bauen. Klar, einen fertigen Rahmen im Geschäft zu kaufen hat auch seine Vorteile aber ich war schon immer ein Bastler und Selbermacher. Als ich erfahren habe, dass es einen Workshop zum Bau eines Bambusfahrrads gibt, musste ich das unbedingt machen. Ich hatte zuvor noch nie ein Fahrrad selbst gebaut – es war mega aufregend! Von der Auswahl des Bambus bis zur ersten Testfahrt, ein klasse Erlebnis.

 

Zum Abschluss: Was sind Deine Top-Ten Ausrüstungsgegenstände?

Top 1

 

 

Zelt Invenio SUL 2P: Das Zelt ist super leicht aufzubauen und lässt sich sehr einfach in den Vordertaschen verstauen.

 

Top 2

 

Bike Schuhe Kelby TR: Ohne richtige Bike-Schuhe bin ich aufgeschmissen. Die Kelby TR sind extrem leicht und überzeugen durch ihren ausgewöhnlichen Tragekomfort.

 

Top 3

Hinterradtasche Aqua Back Color: Keine Kompromisse, tut was sie soll. Einfach eine klasse Tasche, in die viel reinpasst.

 

Top 4

Vorderradtasche Aqua Front: Wie die Hinterradtasche – einfach klasse. Unkompliziert, wasserdicht und vor allem, es passt viel rein.

 

Top 5

Bike Hose Men’s Pro Bib Pants II: Eine gute Bikehose ist das A & O auf so einer langen Reise. Die Bib Pants II kratzen nicht, sind atmungsaktiv sind in ihrer Leistung, trotz täglicher Nutzung, wie neu – eine wirklich gute Hose.

 

Top 6

Luftmatratze: Leichtes Design, man schläft bequem – rundum eine super Sache!

 

Top 7

Kopfkissen: Leicht zu verstauen und ein besonderer Helfer beim Aufblasen der Matratze.

 

Top 8

Rucksack Splash 20+5: Viel Platz für alles Wichtige und das Beste, er lässt sich klasse in den Radtaschen verstauen und nimmt kaum Platz weg.

 

Top 9

 

Großes Handtuch Comfort Towel II XL: Einfaches gutes großes Handtuch. Trocknet schnell und unverzichtbar auf meiner Reise.

 

Top 10

Trikot: Ich trage es jeden Tag. Es ist atmungsaktiv, einfach zu pflegen und sieht obendrein noch schick aus. Was will man mehr?

 

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